Ausstellungen

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Paky Vlassopoulou - if future a dead loss 

Vernissage: Freitag 17.03.2017, 19Uhr

ab 20h Performance des Athener Dichters Jazra Khaleed, im Anschluss 
Künstlergespäch mit Paky Vlassopoulou, Jazra Khaleed und Gästen
 
Ausstellung: 18.03. – 15.04.2017
Geöffnet jeweils Freitag, Samstag und Sonntag von 16-20Uhr
Der Eintritt ist frei.

Ein langer Tisch, eine Arbeit von Paky Vlassopoulou, die sie vor ein paar Jahren begonnen hat, befindet sich in der Mitte des Raumes und schafft so eine physische Zeitleiste. Die Arbeit mit dem Titel 33.478 ist entstanden, als die Künstlerin in einer langen Prozedur Seiten aus Enzyklopädien, Geschichtsbüchern und Lexika herausriss. Als Resultat dieses Prozesses bewahrte sie die Buchrücken auf, um die Handwerkskunst, die manuelle Arbeit und nicht zuletzt die Fragilität hinter dem materialisierten Wissen zu verdeutlichen, das die historischen Objekte bergen. Dabei fällt ein Zitat der Künstlerin Hito Steyerl ein, die schrieb: “Dinge müssen häufig zerstört, in Säure aufgelöst, zerschnitten oder auseinandergenommen werden, um ihre ganze Geschichte zu erzählen. Ein Ding zu behaupten bedeutet auch, an dessen Kollision mit der Geschichte teilzunehmen.” (A thing like you and me, e-flux Journal#15)

Die Arbeit 33.478 ist der Ausgangspunkt für einen neuen Werkkomplex von Vlassopoulou, der untersucht, welchen Einfluss die Geschichte auf die Art und Weise hat, wie wir die Qualitäten der Zeit in unserem täglichen Leben wahrnehmen und wie dies unsere Vorstellung der Vergangenheit, der Gegenwart und der Zukunft formt. Wenn unsere Erfahrung von Zeit zu jedem beliebigen Zeitpunkt durch neoliberale Befehle und Echtzeitkommunikation bestimmt wird, bleibt der Künstlerin nur ein ratloses Grübeln über den Zustand der Gegenwart, und wie man sie begreifen kann. Bleibt überhaupt noch Zeit, um sich die Zukunft auszumalen? Ist die Zukunft ein Totalausfall?

“If future a dead loss” dreht sich nicht um Science-Fiction-Szenarios oder futuristische Post-Internet-Ästhetik. Im Gegenteil spielt die Ausstellung mit der Idee von Zukunft, nicht als Wendepunkt der Evolution, sondern als gestaltloser Raum, den es zu bewohnen gilt. Mit Bildern, materiellen Objekten und körperlichen Erfahrungen besetzt sie den Ausstellungsort, um einen gegenwärtigen Moment voller Zweifel, Ängsten und unerfüllten Erwartungen zu schaffen. Mit einer Vielzahl an Referenzen springt das Werk von der Vergangenheit in die Zukunft, von Avant-Garde zu Pop-Bildern, vom Ortsbezogenen zum Universellen.

In der Ausstellung geht es letztendlich um das Erfahren von Zeit, Leere, Langeweile und versteckten Sehnsüchten. Um Angstträume voller Zwänge und Geister, die in Rahmen gefangen sind.

Die erste Ausstellung im neuen Programm der Werft 5 ist gleichzeitig der Auftakt der zweiteiligen Ausstellungsreihe „Kunst & Krise: Zeitgenössische Kunst in Griechenland“ und eröffnet am 17. März. Kurz bevor die Documenta in Athen beginnt, zeigt die Künstlerin Paky Vlassopoulou neue Arbeiten in Köln.

Begleitet wird der Abend von einer Performance des Athener Dichters Jazra Khaleed und einer Diskussionsrunde zum Thema „Kunst & Krise: Zeitgenössische Kunst in Griechenland“ mit den beiden Künstlern Paky Vlassopoulou und Jazra Khaleed sowie Adrian Kasnitz, dem Verleger der Kölner parasitenpresse, der in diesem Jahr eine Anthologie neuer griechischer Dichtung herausbringen wird.

Die Ausstellungsreihe  „Kunst & Krise: Zeitgenössische Kunst in Griechenland“ wird unterstützt vom Kulturamt der Stadt Köln, Sparkasse KölnBonn, Sparkassen-Kulturstiftung Rheinland und MOFF.

website Paky Vlassopoulou
Dokumentation